Prämierung Holzbaupreis Tirol 2007
Mit weit über 300 Gästen und unter Beteiligung von Landesrat Anton Steixner erfolgte die Prämierung zum Holzbaupreis Tirol 2007 am Dienstag, den 15. Jänner 2008 im Saal O.Dorf in Innsbruck, der mit einer Anerkennung beim Holzbaupreis Tirol bedacht wurde.
Bereits zum dritten Mal hat proHolz Tirol zur Einreichung hervorragender Projekte eingeladen. Beim Holzbaupreis Tirol 2007 war die Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für Tirol und Vorarlberg Partner. Mit einer Rekordbeteiligung von rund 140 Einreichungen wurden alle Erwartungen deutlich übertroffen. Die Prämierung stieß auf großes Interesse – ein Zeichen dafür, dass Holz in der Architektur und allgemein im Bauwesen eine starke, nicht mehr wegzudenkende Position innehat.
Kategorien
44 Nominierungen, davon 9 Anerkennungen und 8 Auszeichnungen in 11 Kategorien gingen aus den 138 Einreichungen hervor.
Kategorie Wohnbau: 1 Auszeichnung, 8 Nominierungen
Kategorie Mehrfamilienwohnbau: 1 Auszeichnung, 2 Nominierungen
Kategorie Revitalisierung: 2 Auszeichnungen, 1 Anerkennung,
3 Nominierungen
Kategorie Gewerbliches Bauwerk: 1 Auszeichnung, 4 Nominierungen
Kategorie Öffentliches Bauwerk: 1 Anerkennung, 2 Nominierungen
Kategorie Innenraumgestaltung: 1 Auszeichnung, 1 Anerkennung,
2 Nominierungen
Kategorie Tourismus: 1 Auszeichnung, 1 Anerkennung, 2 Nominierungen
Kategorie Kommunikationsbauten: 1 Auszeichnung, 1 Anerkennung
Kategorie Gebäudehüllen: 2 Anerkennungen, 3 Nominierungen
Kategorie Verkehrsbauten: 1 Anerkennung, 1 Nominierung
Kategorie Kunst: 1 Anerkennung
Innovativ und zukunftsweisend
Haus in Matrei / Osttirol
Auszeichnung
Die Qualität dieses Einfamilienhauses liegt u.a. im großzügigen Lebensraum für eine Familie mit drei Kindern. Das Raumprogramm verbindet weite, offene Räume als innerfamiliäre Treffpunkte mit kleinteiligen Rückzugsorten für jedes Familienmitglied. Kraftvoll und doch auf eigene Art poetisch zeigt sich der Baukörper am Dorfrand, eingebunden in eine Siedlungsstruktur von Einfamilienhäusern.
Der Außenkörper zeichnet die Umrisse der umliegenden Berglandschaft nach. Nach Norden schützt die geschlossene dunkle Fassade vor dem kalten Tauernwind. Nach Südwesten in Richtung zum gegenüberliegenden Virgental öffnet sich die Holzkonstruktion in großflächige Terrassen- und Außenraumbereiche. Der Massivholzbau löst meisterlich die statischen Grenzgänge dieses Projekts. Leichte, offene Räume entstehen und enorme Spannweiten werden scheinbar spielerisch überbrückt. Die Holzbox des Obergeschosses ist in stützende Massivholzwandscheiben im Wohnraum des Erdgeschosses über Stahlträger im Dachbereich zurückgehängt. Der Massivholzbau zeigt sich selbstbewusst auch im Innenraum. Hier beginnt ein Spiel der Materialien Stein, Holz und Glas. Höchste Exklusivität wird erreicht.
BauherrIn
Familie G., Matrei in Osttirol
Architektur
Gerhard Mitterberger, Graz
Statik
Johann Riebenbauer, Graz
Ausführung
Holzbau Lusser, Heinfels
Tischlerei Peter Rainer, Huben
 | Foto: Zita Oberwalder |
Wohnanlage Schützenstraße, Innsbruck
Auszeichnung
Die Antwort auf eine stark befahrene Straße und die Schnittstelle zwischen Einfamilienhaussiedlung und Hochhausareal ist hier klar und eindeutig ausformuliert. Die Wohnanlage zeigt Fassade zur Straße. Nur eine eingeschossige Öffnung führt in den ruhigen Innenhof. Umrahmt von den zweiseitig benutzbaren Wohnungen wird der Innenhof mit Brunnenanlage und Sitzgelegenheiten zum halböffentlichen Treffpunkt der Bewohner. Die viergeschossige Wohnanlage ist eine Kombination aus Brettsperrholz- und Holzständerbauweise. Klar strukturierte Grundrisse, vorbildhafter Einsatz von Holzmaterialien sind neben den innovativen, neu entwickelten Lösungen in Bezug auf Schallschutz und Wärmeschutz ein Garant für höchste Lebensqualität im Bereich des mehrgeschossigen Wohnbaus. Schichtstoffplatten an der bewitterten Außenfassade und Lärchenholzverkleidungen an den geschützten Bereichen der Loggien zeigen die hochwertige Ausführung auch an der Außenhaut der Wohnanlage. Die Wohnqualität gewinnt durch das Material Holz in Verbindung mit hochqualitativer Architektur und innovativer Holzbautechnik. Einen besonderen Reiz versprühen die Dachgeschosswohnungen mit fantastischem Ausblick auf die Tiroler Bergwelt.
BauherrIn
Wohnungseigentum Tiroler Gemeinnützige Wohnbau Gesellschaft m.b.H, Innsbruck
Architektur
Helmut Reitter, Innsbruck
Statik
Alfred Brunnsteiner, Natters
Ausführung
Schafferer Holzbau GmbH, Navis
 | Foto: Anton Kraler |
Haus im Haus, Innsbruck
Auszeichnung
Mut zum Experiment wird belohnt. Der Dachgeschoßausbau „Haus im Haus“ präsentiert ein Wohnerlebnis der besonderen Art. Von Abenteuerlichkeit bis zur Behaglichkeit reicht das Spektrum der Räume in, neben, dazwischen und unter den eingehängten und aufgesetzten Holzboxen. Wege, Treppen, Brücken und Stege führen durch die scheinbar schwebenden Räumlichkeiten. Zitate des Bauherrn: „Der Weg ist das Ziel“ – „Der Weg entsteht beim Gehen“. Freiräume, Zwischenräume, Nischenräume, geschlossene und offene Räume entstehen mit einem Aufruf zum Erleben. Weit, klar und großzügig sind die Adjektive für dieses Raumerlebnis. Das Material Holz bewältigt bravourös diese statische Grenzwanderung. Die aussteifende Wirkung der Massivholzplatten gepaart mit der Leichtigkeit von Holz ermöglicht diese Konstruktion. Das Spiel der Räume zeigt nicht nur hohe architektonische Qualität, sondern auch ingenieurtechnische Höchstleistungen und beweist die konstruktiven Möglichkeiten von Holz als Baumaterial.
BauherrIn
Michael H., Innsbruck
Architektur
Daniel Fügenschuh, Innsbruck
Statik
Alfred Brunnsteiner, Natters
Ausführung
Siegfried Gurschler GesmbH, Innsbruck
 | Foto: Lukas Schaller |
Haus in Kufstein
Auszeichnung
Ein bestehender Wohnbau aus den 80-iger Jahren erhält ein neues Kleid und erfährt eine „Persönlichkeitsentwicklung“. Die Unzufriedenheit der Bauherren mit der vorhandenen Situation führte dazu, die Wohnvorstellungen zu überdenken, sich neu zu orientieren und damit die Wohnqualität im hohen Maß zu verbessern. Der Bestand wird strukturiert, teilweise geöffnet und wiederum geschlossen. Das Gesamtkonzept überzeugt. Es gelang mit radikalen aber gezielten Eingriffen eine optimal funktionierende Wohnraumaufwertung zu erreichen. Eine Architektur in hoher Qualität mit energetisch sinnvoller und baubiologisch einwandfreier Struktur entstand. Das Baumaterial Holz wird gekonnt eingesetzt: Eine Hülle aus Holz übernimmt die klimatechnische Verpackung. Die aktuelle Aufgabe, vorhandenen Wohnraum klimatechnisch und räumlich aufzuwerten, ist hier äußerst vorbildhaft gelöst.
BauherrIn
Familie K., Kufstein
Planung
Robert Pfurtscheller, Innsbruck
Ausführung
Pirmoser KG, Kufstein
Bau- und Möbeltischlerei Thomas Huber GmbH, Kirchbichl
 | Foto: Hubert Dorfstetter |
Bank für Tirol und Vorarlberg Schützenstrasse, Innsbruck
Auszeichnung
Eine Bank entscheidet sich für Holz – nicht nur bei der Ausführung der Gebäudehülle, sondern vor allem auch bei der hochwertigen Ausführung der Innenraumgestaltung. Das Entree der Bank ist gelungen und entspricht dem exquisiten Anspruch der Bankwelten. Ein elegantes Ambiente aus Holz und Glas umhüllt den Kunden und trägt auch für die Mitarbeiter zu einer angenehmen Atmosphäre bei. Holzmöbel werden zu Raummöbeln. In architektonischer Sprache strukturieren sie den Innenraum. Sie trennen und verbinden, geben offene Bereiche für die Kundenbetreuung vor und strukturieren die Rückzugsorte für Besprechungen und Arbeitsbereiche. Raumhohe Regalschränke fungieren nicht nur als Trennwände, sondern verbergen auch einen eingebauten Küchenblock. Das Design spielt mit der Farbigkeit und der Struktur des Holzes: Dunkles Holz setzt Akzente im Foyerbereich und helles Holz im Arbeitsbereich sowie im Verbindungsraum. Die raffinierte Lichtführung durch die Konstruktion der Gebäudehülle unterstreicht die Szenerie der Raummöbel aus Holz.
BauherrIn
Bank für Tirol und Vorarlberg AG, Innsbruck
Architektur
Vogl-Fernheim ZT GmbH, Innsbruck
Statik
Wolfgang Redlich, Innsbruck
Ausführung
Tischlerei Kirchmair GmbH, Inzing
Tischlerei Kluckner KG, Pettnau
Holzbau Höck GmbH, Kundl
 | Foto: Günter Richard Wett |
Hotel Hinteregger, Matrei in Osttirol
Auszeichnung
Ein Hotel im neuen Glanz zeigt Holz. Zukunfts- und somit richtungsweisend ist das Hotel Hinteregger für die Tourismusindustrie. Für den Zu-, Um- und Neubau entschieden sich die Bauherren für das Material Holz in Kombination mit Lehm. Die Grenzen zwischen Alt und Neu sind eindeutig ersichtlich. Ein hölzerner klarer Raumkörper steht selbstbewusst im gewachsenen Ortskern. Der gesamte Trakt war ehemals ein Kinosaal. Als stützenfreier Rohbau wird er zum Fundament für die Erweiterung in Holzbauweise. Die Konstruktion erfolgt im klaren Raster mit Brettsperrholz-Wandelementen und einer gedämmten Holzelementdecke. Ebenfalls aus Brettsperrholz-Elementen sind die nordseitig vorgelagerten Loggien. Diese sind statisch vom obersten Geschoss abgehängt. Einfache Lärchenholzhaut umhüllt die gesamte Struktur. In den Innenräumen erzeugt funktionales Design Exklusivität. Raffinierte Details aus Tischlerhand beleben den Raum: Beleuchtete Randfugen der Holztrennwände und der Eingangsbereiche führen das Auge.
BauherrIn
Familie Hradecky, Matrei in Osttirol
Architektur
Reinhard Madritsch, Robert Pfurtscheller, Innsbruck
Statik
zsz Ingenieure ZT-GmbH, Innsbruck
Ausführung
Steiner Holzbau GmbH & Co KG, Matrei in Osttirol
Tischlerei Robert Mattersberger, Matrei in Osttirol
Tischlerei Hubert Spitzenstätter, Radfeld
Tischlerei Franz Strasser, Abfaltersbach
 | Foto: Profer & Partner |
Firmenzentrale Holzindustrie Pfeifer, Imst
Auszeichnung
Holzindustrie baut mit Holz. Das zeugt von Identität und schafft Glaubwürdigkeit. Als stimmiges Gesamtkonzept präsentiert sich die Firmenzentrale der Holzindustrie Pfeifer. Umgeben von Baumstämmen und Schnittholzstapeln erhebt sich der Holzbau auf einer großflächigen Sockelzone. Kühn begrüßt eine weit ausladende Dachkonstruktion in Holzbauweise den Besucher und setzt sich als Holzkubatur selbstbewusst in Szene. Von der Konstruktion bis zum Detail, von der Außenarchitektur bis zum Innenraum ist das Konzept durchdacht und zeigt ein funktionierendes Gesamtbild. Die Arbeitsbereiche werden von Holz und Licht geprägt. Raummöbel aus Holz gestalten die Gangflächen zwischen den Büros. Es entstehen großräumige Staubereiche, aber vor allem eine wertvolle Kommunikationszone. Im Innenraum prägen die heimischen Holzarten Eiche, Lärche und Fichte das Bild. Das Bau- und Designmaterial Holz zeigt sich in gelungener Weise in der Konstruktion bis hin zum Möbelstück und weiter bis hin zur Energieversorgung: eine Pelletsanlage sorgt für den Energiefluss.
BauherrIn
Holzindustrie Pfeifer GmbH & Co KG, Imst
Architektur
Florian Lutz.Daniela Amann.Architekten ZT Gesellschaft OEG, Innsbruck
Statik
merz kaufmann partner Gmbh, Dornbirn
Ausführung
AT-Thurner Bau GmbH, Imst
Tischlerei Alexander Sailer, Wenns
 | Foto: Pez Hejduk |
Feuerwerk, Fügen
Auszeichnung
Holz goes public. Die Multifunktionalität des Holzes präsentiert das Biomasseheizwerk „Feuerwerk“ in Fügen. Im Ambiente von Kultur und Kunst wird Holz zum Energielieferanten. Deutlich sichtbar umschreibt die Architektur die Funktionsabläufe der Energieproduktion: Die Verbrennung findet im roten Kesselhaus statt. Transportwege, z.B. in Form des Schrägförderers, sind klar erkennbar. Im gläsernen Würfel im Zentrum der Anlage werden die Abgase gewaschen. Das Feuerwerk zeigt klar und deutlich seine Funktionen und präsentiert sich selbstbewusst. Ein Holzkörper mit innovativem Tragwerk zum Teil aus hochbelastbaren Leimholzwerkstoffen überspannt 28 Meter. Er schwebt 18 Meter auskragend in 17 Metern Höhe und beherbergt einen Seminarraum für 200 Personen, einen Dachgarten und eine Skybar. Moderne Interpretation der Tradition zeigt der Saal Franz mit großflächigen Zirbenholz-Dreischichtplatten, die in klarer Form den Raum bestimmen. Die Außenhaut besteht aus Lärchendreischichtplatten im unbewitterten Bereich und sägerauen Lärchernbrettern im Außenbereich. Das Feuerwerk ist ein Sprachrohr zur Öffentlichkeit und somit als Industriekulturbau zu bezeichnen und zu bewerten.
BauherrIn
Franz Binder GesmbH, Fügen
Architektur
Helmut Reitter, Innsbruck
Statik
Alfred Brunnsteiner, Natters
Ausführung
Grossmann Bau GmbH & Co.KG, Rosenheim⁄ D
Tischlerei Gerhard Kienpointner GmbH, Waidring
Tischlerei Decker GmbH, Itter
 | Bildquelle: Binder Holz I Feuerwerk - HolzErlebnisWelt I Fügen/Tirol |
Brizerhof, Ramsau im Zillertal
Anerkennung
Ästhetik, eingesetzt als diplomatisches Mittel im Umgang mit dörflichen Baustrukturen, kann zu diesem innovativen Ergebnis führen. Das alte Stallgebäude wurde abgetragen und unter Berücksichtigung der Ensemblewirkung zum benachbarten Bauernhof und zur Dorfstruktur wieder erbaut. Die alten unbehandelten Hölzer fanden ihre Wiederverwertung an der Fassade des Brizerhofes. Die Neuinterpretation dieser Gebäudehülle verblüfft. Die Struktur und Farbigkeit der alten Hölzer umhüllen den Baukörper. Großflächige horizontal verschiebbare Fensterläden in Kombination mit Öffnungen für kleine, in die Fassade integrierte Balkonbereiche verleihen der alten Holzhülle eine mutige, aber doch regionale Note. Dieser erfrischende Umgang mit alter Bausubstanz, eingebettet in die Dorfstruktur, ist als vorbildhaft zu bewerten.
BauherrIn
Familie Bliem - Kröll, Ramsau
Architektur
Martin Feiersinger, Wien
Ausführung
Rieder Kommanditgesellschaft, Kaltenbach
Helmut Steiner, Hippach
Werner Wetscher, Fügen
 | Foto: Werner Feiersinger |
SAAL.o-Dorf, Innsbruck
Anerkennung
Eingebettet in das Gesamtkonzept des neuen Stadtteilzentrums im Olympischen Dorf präsentiert sich als Raum-im-Raum Prinzip der Veranstaltungssaal SAAL.odorf. Eine eigenständige Holzskelettkonstruktion aus Fichtenleimholz steht frei in der 10m hohen Sichtbetonhalle. Der Holzkubus mit einer lichten Höhe von 7 Metern, einer Länge von ca. 27 und einer Breite von 13 Metern bietet Platz für 300 Personen. Tageslicht gelangt kontrolliert mit schwenkbaren Wandelementen über die raumhohe Südverglasung in den Saal. Verschiebbare Samtvorhänge schlucken nach Wunsch den Schall. Eine spezifische Gestaltung der Decke ermöglicht es, die gesamte Technik auszublenden. Diese offene Balkendecke versteckt im tiefen Schwarz der konstruktiven Höhe der Leimbinder Akustikpaneele, Beleuchtung, Bühnentechnik und Lüftungstechnik. Der Holzraum ist im hohen Maße funktional und dennoch erscheint er leicht und etwas verspielt. Gebogenes Fichtenleimholz macht Ecken rund. Holzstäbe ordnen sich im Deckenbild, eine Metapher, die an Schwemmholz erinnern soll. Dieses Deckenbild spiegelt sich in der Bodengestaltung wider.
BauherrIn
Innsbrucker Immobilien GmbH & Co KEG, Innsbruck
Architektur
Froetscher Lichtenwagner, Wien
Statik
ZSZ Ingenieure ZT-GmbH, Innsbruck
Ausführung
Franz Lechner Bau GmbH, Uderns
 | Foto: Lukas Schaller |
Wohnen im Heu, Lans
Anerkennung
Ein Tiroler Heustadl in ländlicher Umgebung ist Ausgangspunkt zu einer Reise der Kulturen. Hier verbindet sich traditionelle Zimmererhandwerkskunst mit asiatischer Atmosphäre: das fasziniert. Die Struktur des Holzskelettbaus wird aufgegriffen und weitergeführt. Eine geometrische lineare Struktur entsteht und bleibt im Innenraum sichtbar. Die Klarheit und Einfachheit der japanischen Architektur ist spürbar und baut in subtiler Weise einen einzigartigen Bezug zur traditionellen Tiroler Bauweise auf. Der alte Stadl beherbergt nun hochqualitative Wohnräume und fungiert nicht nur als äußere Hülle. Die Grenzen zwischen Alt und Neu sind fließend und nicht klar definierbar. Das Ergebnis ist ein spannendes Miteinander der Kulturen.
BauherrIn
Arthur Rh., Lans
Architektur
Martin Scharfetter, Innsbruck
Statik
Alfred Brunnsteiner, Natters
Ausführung
Schafferer Holzbau GmbH, Navis
Treppenfüchse, Hopfgarten
Tischlerei Hermann Seelos, Kematen
mg interior, Innsbruck
 | Foto: Günter Richard Wett |
Wohnen im Pool, Hall in Tirol
Anerkennung
Ein Pool in der Baustruktur der 70-iger Jahre und der Wunsch nach einem qualitativ hochwertigen Wohnraum für eine Person standen am Beginn dieses Projekts. Das Ergebnis ist eine Ein-Raum-Wohnung auf vier Ebenen mit offenen, aber auch geschlossenen Bereichen. Es entsteht eine einzigartige Atmosphäre, die dem Raum etwas Unverwechselbares verleiht. Eindrucksvoll klar präsentiert sich die Idee: Eine Küche, ein Essbereich, ein Wohnzimmer, Gangflächen, ein Schlafzimmer und sogar ein Arbeitszimmer finden auf den vier Ebenen Platz. Die Funktionalität der Struktur gewinnt durch die großzügige und übersichtliche Räumlichkeit. Massivholzplatten aus Fichte teilen als Decken, Böden und Wände vertikal und horizontal den Poolraum und bleiben in ihrer Funktion sichtbar. Ein Vollholzmöbel aus Buche verschafft als Raumteiler den einzelnen Wohnbereichen Identität.
BauherrIn
Dietmar R., Hall in Tirol
Planung
Veronika Stern, Innsbruck
Statik
Christian Aste, Innsbruck
Ausführung
Holzbau Julius Vorhofer, Landeck
Tischlerei Peter Holzer, Hall in Tirol
 | Foto: Monika Zanolin |
Naturhotel Waldklause, Längenfeld
Anerkennung
Zirbengeruch und Tannenduft begleiten den Gast durch das Naturhotel Waldklause und er wird in den großzügigen Zimmerbereichen nicht enttäuscht. Das Ambiente ist modern und zeigt doch Tradition. Das Innenraumerlebnis erhält durch großzügige Terrassenbereiche mit grandiosem Ausblick auf den umliegenden Wald und einer Bergkulisse einen starken regionalen Bezug. Diese Weiträumigkeit unterstreicht das Exquisite der Innenräume. Heimische Hölzer, wie Fichte, Zirbe Lärche und Tanne in Kombination mit grauem Schiefergestein und Glas überzeugen mit zeitgemäßem Design. Einfache und klare Strukturen bestimmen das Ambiente, Details schaffen Wohnlichkeit. Das Element Holz bleibt bis ins kleinste Detail erlebbar und vor allem spürbar.
BauherrIn
Familie Auer, Längenfeld
Planung
Markus Kastl, Wildermieming
Ausführung
Tischlerei Franz Walder Ges.m.b.H., Außervillgraten
Möbel Pienz GmbH, Wildermieming
Tischlerei Hausberger, Nassereith
Holzbau Hofer Gesellschaft mbH, NußdorfDebant
 | Foto: Naturhotel Waldklause |
Staffenbrücke, Kössen
Anerkennung
Einen starken und kraftvollen Einsatz von Holz zeigt die Straßenbrücke in Kössen mit einer Spannweite von mehr als 50m. Prof. Michael Flach, Holzbaulehrstuhl an der Universität Innsbruck, trug maßgeblich zum Entwurf der Staffenbrücke bei. Die hohe Leistungsfähigkeit von Holz wird gekonnt eingesetzt. Eine Fachwerkskonstruktion aus Brettschichtholz mit Zuggliedern aus Stahl bildet das Haupttragsystem. Meisterhaft bewältigt der Ingenieurholzbau die Dimensionen: 6,40m beträgt der Achsabstand der Hauptfachwerke. 6,10m ist die Konstruktionshöhe im Hauptdachbereich, 8,6m im Querdachbereich der Brückenmitte. Die Brücke ist nach der Brückenklasse 1 dimensioniert.
BauherrIn
Gemeinde Kössen
Planung und Statik
Hofmann + Resch +Exenberger ZT-Gesellschaft für Bauwesen GesmbH, Innsbruck
Ausführung
Grossmann Bau GmbH & Co.KG, Rosenheim⁄ D
 | Foto: Reinhard Exenberger |
Bezirkshauptmannschaft Reutte
Anerkennung
Ein Kommunalbau beschreitet Holzwege in die Zukunft. Die Erweiterung und Funktionsadaptierung der Bezirkshauptmannschaft in Reutte setzt sich spannungsvoll in den Kontext zu der gewachsenen Baustruktur des Ortskernes mit dem denkmalgeschützten Gebäude der ursprünglichen Räumlichkeiten. Maximale örtliche Wertschöpfung und wirtschaftliche Aspekte wie z.B. eine verkürzte Bauzeit durch die Vorfertigung der Holzelemente waren ausschlaggebend, dass dieses Bauvorhaben in Holzbauweise realisiert wurde. Eine symbolische Geste der Architektur ist die transparente Eingangszone. Sie schafft Durch- und Einblicke in das offen organisierte Bürgerbüro. Der Innenraum wird somit zu einer Erweiterung des öffentlichen Platzes. Der konstruktive Holzbau ist insgesamt wenig, an den Decken jedoch großflächig sichtbar. Der tragende Holzkern des Neubaus geht in gelungener Mischbauweisemanier mit anderen Materialien wie z.B. Glas, Metall und Kunststoff eine Symbiose ein.
BauherrIn
Land Tirol
Architektur
Arge thoma architekten – Architekturbüro Walch, Reutte
Statik
IB Dr. Krämer GmbH, Weimar⁄ D
Ziviltechnikerbüro Paul Nessler, Reutte
Ausführung
Holzbau Saurer GmbH & Co KG, Höfen
 | Bildquelle: Architekturbüro Walch |
Holzturm Galtür
Anerkennung
Baumstämme – sortiert, gestapelt und zwischengelagert. Es entsteht ein Raum, ein Bauwerk, eine Skulptur. Begehbar war diese temporäre Landmarke bei der Landesausstellung Galtür 2005. Der Turm war der Ausgangspunkt zur Überwindung der Lawinenschutzmauer. Ein Weg führte eindrucksvoll inszeniert durch den Turm an Baumstämmen vorbei über Treppen hoch zu einer filigranen Brücke, die sich über die Lawinenschutzmauer spannt. Die ca. 5,30 Meter langen Holzstämme wurden im Gemeindegebiet Galtür gefällt. Der maximale Stammdurchmesser beträgt 30cm. Diese rohe mächtige Masse der Holzstämme fordert starke konstruktive Lösungen. Stahlprofile in Kombination mit Stahlseilen halten den Turm, wobei der mittlere Holzstapel durch die 90° Drehung sich an den beiden seitlichen Holzstapeln abstützt. Die Skulptur bewegt sich zwischen brachial und feinsinnig, klar und statisch, aber doch temporär und in sich beweglich.
BauherrIn
Alpinarium Galtür
Architektur
Helmut Reitter, Innsbruck
Statik
Anwendungszentrum
Bautechnologie GmbH, Innsbruck,
Christian Stöffler, Michael Flach, Universität Innsbruck
Ausführung
Bau und Zimmerei Josef Zangerle GmbH & Co KG, Kappl,
Siegmund Stark Stahl- und Alubau, Kappl
 | Foto: Günter Richard Wett |
Bezirkshauptmannschaft Landeck
Anerkennung
Der Umbau und die Erweiterung der Bezirkshauptmannschaft in Landeck zeigen einen gleichberechtigten Dialog zwischen Alt- und Neubau. Zurückhaltung, aber doch Präsenz sind die Prädikate des Neubaus im städtischen Umfeld. Horizontale Strukturen der Holzkonstruktion in Kombination mit einem transluzenten Glaskubus umhüllen das Gebäude. Die Lösung versprüht Eleganz. Die Tages- und Nachtlichtsituation spielt mit poetischen Ansätzen, die in klaren linearen Holzstrukturen eingebunden sind. Stützen und Horizontalverbindungen aus verleimtem, heimischen Lärchenholz bilden die Unterkonstruktion der Glasfassade. Durch die vorteilhaften bauphysikalischen Werte des Baumaterials Holz wurde auf die Dämmung der lastabtragenden Profile verzichtet. Das Projekt ist ein gelungenes Beispiel für Neubauten im städtischen Bestand.
BauherrIn Land Tirol
Architektur
Martin Schranz, Aldrans
Statik
Peter Baumann & Anton Obholzer, ZT-Gesellschaft mbH, Innsbruck
Ausführung
Zimmerei Freisinger
GmbH, Ebbs
Spechtenhauser Holz- und Glasbau Ges.m.b.H., Innsbruck
Steindl Glas GmbH, Itter
 | Foto: Martin Schranz |
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